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04.09.2019 | BRL BOEGE ROHDE LUEBBEHUESEN | Mitteilung der Pressestelle
ENGIE Afrique SAS übernimmt insolventes Berliner Solarsystem-Start-up mobisol

Erfolgreich und zügig konnte die Suche nach einem Investor für die insolvente mobisol GmbH (mobisol) abgeschlossen werden: Knapp drei Monate nach Start des Investorenprozesses übernimmt die ENGIE Afrique SAS (ENGIE), ein Unternehmen des französischen Energiekonzerns Engie SA, die mobisol GmbH mit den über 60 Mitarbeitern sowie den wesentlichen Tochtergesellschaften.

Mobisol ist ein Berliner Start-up-Unternehmen, das sich mit der Entwicklung und Vermarktung von Solarsystemen für netzferne Regionen, vornehmlich in Afrika, befasst. Mobisol stellt Endverbrauchern – häufig im Wege von Mikrofinanzierungen – dezentrale Solarsysteme zur Verfügung und ermöglicht so auch in entlegenen, infrastrukturfernen Gebieten eine Stromversorgung, u. a. für Internetzugänge, Ladestationen oder elektrisches Licht. Aktuell versorgen mobisols Solarsysteme knapp 150.000 Haushalte in Afrika mit Strom. Im April 2019 hatte das Unternehmen einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung nach § 270a InsO gestellt. Seither wird der Geschäftsbetrieb an der Berliner Zentrale in der Skalitzer Straße und in den verschiedenen Tochtergesellschaften in Asien und Afrika ohne Einschränkungen fortgeführt.

Als Sachwalter hat das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg den Berliner Rechtsanwalt Friedemann Schade, Partner der Sozietät BRL Boege Rohde Luebbehuesen, eingesetzt. Schade beaufsichtigt das Verfahren seither mit zwei weiteren Restrukturierungsexperten seiner Kanzlei, Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Friedrich von Kaltenborn-Stachau sowie der auf Insolvenzrecht spezialisierten Rechtsanwältin Fiona Schmidt.

Mit der insolvenzrechtlichen Steuerung der Eigenverwaltung hat das Unternehmen die Sanierer von Restrukturierungspartner jwt und der Kanzlei Dentons beauftragt. Dr. Stefan Weniger von Restrukturierungspartner jwt ist für die Dauer der Eigenverwaltung zum Sanierungsgeschäftsführer bestellt. Dentons betreut das Verfahren mit ihrem Frankfurter Partner, Rechtsanwalt Daniel Fritz. Auch im Gläubigerausschuss sind renommierte Restrukturierer tätig.

In enger Abstimmung mit dem Sachwalter und dem Gläubigerausschuss hat die Eigenverwaltung unmittelbar nach Verfahrenseinleitung einen Investorenprozess aufgesetzt. Als dessen Ergebnis konnte nunmehr die Vereinbarung mit ENGIE unterzeichnet werden. Die ENGIE-Gruppe ist ein internationaler Energieversorger, die eine Führungsposition in der CO2-neutralen Energiewende anstrebt. Die Transaktion umfasst den gesamten Betrieb, einschließlich aller Mitarbeiter der Berliner Unternehmenszentrale und die operativen Tochtergesellschaften, die die Märkte in Tansania, Kenia und Ruanda bedienen. Sie bedarf nun noch der kartellrechtlichen Freigabe. Über die weiteren Konditionen des Kaufvertrages haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

„Der schnelle Abschluss des Investorenprozesses ist ein gutes Ergebnis für mobisol! Er ist durch die gute und reibungslose Zusammenarbeit mit den Experten von Restrukturierungspartner jwt und Dentons möglich geworden“, erklärt der Sachwalter Friedemann Schade nach der Transaktion. „Besonders erfreulich ist, dass neben den operativen Tochtergesellschaften auch alle Mitarbeiter übernommen werden“, ergänzt sein Partner Friedrich von Kaltenborn-Stachau. Beide hoben ausdrücklich die professionelle Zusammenarbeit mit dem Gläubigerausschuss und den Beratern Weniger und Fritz sowie deren Teams hervor, die sie als „gelungenes Beispiel für moderne Insolvenzverwaltung“ bezeichneten.

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