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07.09.2020 | | Mitteilung der Pressestelle
Sanierungslösung für die Schlemmer Gruppe

- Strategische Investoren für Europa / Nordafrika und Asien -

Aschheim/Haßfurt. Zum 01.09.2020 hat Insolvenzverwalter Dr. Hubert Ampferl die Geschäftsbetriebe der Schlemmer-Holding in Aschheim und des Stammwerkes in Haßfurt sowie die Konzerngesellschaften in Europa (Italien, Spanien, Rumänien, Russland) und Nordafrika (Marokko, Tunesien) mit insgesamt ca. 1.000 Mitarbeitern an einen strategischen Investor übertragen. Die Anteile an einem Joint-Venture in China und an den asiatischen Töchtern (Japan, Südkorea, Singapur, Indien) mit ca. 2.100 Mitarbeitern sind bereits zum 01.08.2020 auf neue Eigentümer übergegangen.

Der Automobilzulieferer Schlemmer war Ende 2019 in die Insolvenz gerutscht, nachdem zuvor eine geplante Brückenfinanzierung kurzfristig scheiterte. Durch die Aufnahme von Massekrediten konnte über die gesamten letzten Monate – trotz der COVID-19-Situation – die globale Supply Chain in allen Unternehmensbereichen aufrechterhalten werden. Die Belegschaft, unterstützt durch ihren Betriebsrat, hat diesen Kurs mitgetragen und insbesondere in Deutschland aufgrund Kurzarbeit Einkommenseinbußen hingenommen. Mit Unterstützung der Roland Berger Unternehmensberatung und der internationalen Anwaltskanzlei Ashurst wurde ein weltweiter Investorenprozess aufgesetzt. Mit der Übertragung der wesentlichen Einheiten der Schlemmer Group konnte dieser Investorenprozess nun erfolgreich abgeschlossen werden.

Übernehmer der europäischen und nordafrikanischen Geschäftsbereiche und Beteiligungen von Schlemmer ist die französische Delfingen Industry SA. Der Konzern mit rund 3.000 Mitarbeitern und Standorten in 20 Ländern gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Schutz- und Führungssystemen für elektrische Netze sowie medienführenden Leitungen in der Automobilindustrie.

Mit dem Einstieg von Delfingen konnten rund 1.000 Arbeitsplätze an den verschiedenen Standorten von Schlemmer nebst den Kunden- und Lieferantenbeziehungen erhalten werden. Das Werk in Haßfurt wird Delfingen in den kommenden Jahren zum europäischen „Flaggschiff“ für den Bereich Extrusion in der Unternehmensgruppe ausbauen.

„Für die Bereiche Entwicklung, Einkauf, Produktion und Vertrieb eröffnet der Einstieg von Delfingen große Synergiepotentiale, da beide Unternehmen hohe technische Kompetenz einbringen. Dies sind ideale Voraussetzungen, um den zukünftigen Transformationsprozess im Automotive-Sektor erfolgreich bewältigen zu können“, so Insolvenzverwalter Dr. Hubert Ampferl.

Der CEO von Delfingen, Gérald Streit, betont: „Mit der Akquisition von Schlemmer werden wir der weltweit führende Anbieter von Kabelbaumschutzsystemen für die Automobil-industrie. Mit unserem Anspruch auf Technologieführerschaft werden wir weiter wachsen, Innovationen hervorbringen und kontinuierlich Prozesse verbessern.“

Die asiatischen Aktivitäten wurden an die Ningbo Fengmei Gruppe übertragen. Mit diesem Partner hatte Schlemmer schon seit mehreren Jahrzenten ein sehr erfolgreiches Gemeinschaftsunternehmen in China betrieben und weitere Standorte in Asien aufgebaut. In Asien konnten 2.100 Arbeitsplätze in 12 Werken gesichert werden.

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