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19.07.2011 | Jaffé Insolvenzverwaltung | Mitteilung der Pressestelle
Zuversicht bei Bischoff Antriebstechnik nach Insolvenzantrag

Betrieb wird in vollem Umfang fortgeführt

- Investorensuche läuft

- Löhne und Gehälter für die 110 Beschäftigten vorerst gesichert - Insolvenzgeldvorfinanzierung wird vorbereitet

München/Schwabmünchen, 08. Juli 2011. Bei Bischoff Antriebstechnik, einem der innovativsten Fertiger von Zahnrädern und Spindeln für den Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland, herrscht auch nach dem am Mittwoch gestellten Insolvenzantrag Zuversicht für die Zukunft. „Wir wollen den Betrieb in vollem Umfang aufrechterhalten und hoffen, dass wir ihn mit neuen Investoren wieder auf eine solide Basis stellen können“, teilte der vom Amtsgericht Augsburg bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé gestern den Mitarbeitern bei einer Betriebsversammlung mit. „In den nächsten Tagen ist jedoch die Stabilisierung des Geschäftsbetriebs vordinglich. Dazu brauchen wir die Unterstützung der Kunden und Lieferanten, um die notwendige Liquiditätsbasis dafür zu schaffen.“

Jaffé war gestern mit mehreren Mitarbeitern vor Ort, um zusammen mit den Geschäftsführern Martina und Christian Bischoff die für die Betriebsfortführung notwendigen Dispositionen zu treffen und sich ein Bild vom Unternehmen zu machen. „Das ist hier ein Hochtechnologieunternehmen mit sehr qualifizierten Mitarbeitern. Wenn es uns gemeinsam gelingt, die Kunden- und Auftragsbasis zu erhalten und auszubauen, dann sehe ich gute Chancen für den Fortbestand“, fasste Jaffé seine ersten Eindrücke zusammen.

Keine Lohn- und Gehaltsrückstände

Der vorläufige Insolvenzverwalter bereitete auch bereits die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für die insgesamt 110 Beschäftigten vor, damit deren Einkommen auch für die kommenden Monate gesichert werden kann. Auch mit der Suche nach potenziellen neuen Investoren für Bischoff Antriebstechnik wurde schon begonnen.

Erleichtert wird die vorläufige Betriebsfortführung durch die Tatsache, dass bis Ende Juni alle Löhne und Gehälter bezahlt worden sind. Die nächsten Lohnzahlungen für die 60 gewerblichen Mitarbeiter wären zum 15. Juli fällig. Damit können nach aktuellem Stand mit der Insolvenzgeldvorfinanzierung zumindest die Monate Juli und August überbrückt und dieser Zeitraum für die Sanierung und die Investorensuche genutzt werden.

Die Bischoff Antriebstechnik GmbH & Co. KG wurde als Auffanggesellschaft der 2008 in Insolvenz gegangenen Firma Hans Haugg Antriebstechnik GmbH & Co. KG gegründet. Sie übernahm zum 1. Februar 2009 die betriebsnotwendigen Vermögensgegenstände aus der Insolvenzmasse und führte den Geschäftsbetrieb nahtlos fort. Die Erwerber gingen damals von einem Auftragsbestand und handelsrechtlich verbindlichen Kundenbestellungen im Umfang von 14,3 Mio. Euro aus.

„Dies erwies sich als unzutreffend. Bereits im Frühjahr 2009 sah sich das Unternehmen gezwungen mangels Aufträgen rund 50 Mitarbeiter abzubauen. Wir haben mit aller Kraft alles versucht, um das Unternehmen erfolgreich zu führen. Es gab auch erste Erfolge bei der Restrukturierung. Die fehlenden Umsätze und Erlöse aus den zu erwartenden Kundenaufträgen von 14,3 Mio. Euro konnten jedoch trotz intensivster Bemühungen nicht anderweitig kompensiert werden, was zu erheblichen und andauernden Verlusten führte“, begründet Geschäftsführer Christian Bischoff den am 6. Juli gestellten Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung.

Weitere Informationen:

Bischoff Antriebstechnik (vormals Bischoff-Haugg) ist seit mehr als fünf Jahrzehnten bekannt als Spezialist in der Fertigung von Zahnrädern, Spindeln und Elementen der Antriebs- und Fluidtechnik mit höchster Präzision. Dabei werden unterschiedliche Werkstoffe von hochlegierten wärmebehandelten Stählen über Guss-, Schmiede- und Sinterwerkstoffe bis hin zu Kunststoffen verarbeitet. Die Kunden von Bischoff Antriebstechnik sind überwiegend prozessorientierte, weltweit operierende Unternehmen des anspruchsvollen Maschinen- und Anlagenbaus, die auf höchste industrielle Qualität Wert legen. 2010 setzte Bischoff Antriebstechnik trotz laufender Restrukturierung rund 8,1 Mio. Euro um.

Die Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter ist auf komplexe Insolvenzverfahren mit Konzernstrukturen von überregionaler Bedeutung und insbesondere Hochtechnologieunternehmen spezialisiert. Sie zählt heute mit 30 Anwälten an sieben Standorten zu den führenden Kanzleien auf dem Gebiet der Insolvenzverwaltung sowie der Führung damit im Zusammenhang stehender Prozesse in Deutschland. Zu den national und international bekanntesten Insolvenzverfahren von Dr. Michael Jaffé zählen KirchMedia, einer der größten europäischen Medienkonzerne, sowie der weltweit agierende Speicherchip-Konzerns Qimonda. Darüber hinaus gelang es ihm in den letzten Jahren unter anderen die Sanierung des Wohnwagen-Produzenten Knaus Tabbert, der Grob Aerospace, sowie der Cinterion Wireless Modules Holding GmbH erfolgreich abzuschließen.

Vorläufiger Insolvenzverwalter:

Dr. jur. Michael Jaffé
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Steuerrecht
Fachanwalt für Insolvenzrecht
Franz-Joseph-Str. 8
D-80801 München

Medienkontakt

Sebastian Brunner
Unternehmenskommunikation
Telefon: 0175/5604673
E-Mail: fsbrunner@aol.com

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